Veröffentlicht am 04.01.2026
Anaplasmose
Anaplasmose beim Hund
Die Anaplasmose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zecken (vor allem den Gemeinen Holzbock) übertragen wird. Sie zählt zu den sogenannten „Mittelmeerkrankheiten“, obwohl sie mittlerweile in ganz Europa – auch in Deutschland und Österreich – weit verbreitet ist.
1. Wie erfolgt die Übertragung?
Die Erreger (Anaplasma phagocytophilum) befallen die weißen Blutkörperchen des Hundes. Die Übertragung erfolgt beim Saugakt einer infizierten Zecke, meist nach etwa 24 bis 48 Stunden. Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder von Hund zu Mensch ist nicht möglich.
2. Typische Symptome
Viele Hunde zeigen nach der Infektion zunächst keine Symptome. Wenn die Krankheit ausbricht (meist 1 bis 2 Wochen nach dem Stich), treten häufig folgende Anzeichen auf:
Allgemeinbefinden: Hohes Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit.
Bewegungsapparat: Gelenkschwellungen, Steifheit oder Lahmheit (ähnlich wie bei Borreliose).
Blutbild: Durch den Mangel an Blutplättchen kann es zu Nasenbluten, punktförmigen Schleimhautblutungen oder blauen Flecken kommen.
Organe: Gelegentlich zeigen sich Vergrößerungen von Milz und Leber sowie geschwollene Lymphknoten.
3. Diagnose und Behandlung
Diagnose: Die Krankheit wird über eine Blutuntersuchung (Antikörpertest oder PCR-Nachweis) festgestellt.
Behandlung: Anaplasmose ist gut behandelbar. In der Regel wird über 3 bis 4 Wochen ein spezielles Antibiotikum (meist Doxycyclin) verabreicht. Meist bessert sich der Zustand des Hundes bereits kurz nach Beginn der Therapie deutlich.
4. Prävention: Der beste Schutz
Da es gegen Anaplasmose keine Impfung gibt, ist die Zeckenprophylaxe entscheidend:
Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten: Regelmäßiger Schutz verhindert, dass Zecken zubeißen oder lange genug saugen können.
Absuchen: Nach jedem Spaziergang sollte das Fell gründlich nach Zecken abgesucht werden.
Schnelle Entfernung: Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.
Wichtig: Ein positiv getesteter Hund (Antikörper-Nachweis) muss nicht zwingend krank sein. Viele Hunde tragen die Antikörper in sich, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Eine Behandlung ist in der Regel nur bei klinischen Symptomen oder auffälligen Blutwerten notwendig.
